Gemeinde- und Schulhaus


Ein Gebäudeschild für historische Bauten

In der Badener Innenstadt werden historische Gebäude üblicherweise mit einem Gebäudeschild ausgezeichnet. Aus diesem Grund kam 2007 für die Buchvernissage des Dättwiler Dokumentes X die Idee auf, die Bevölkerung über die bewegte Geschichte des historisch bedeutenden «Schul- und Gemeindehauses Dättwil» mit einem ebensolchen Gebäudeschild zu informieren. Die Idee stiess bei der Abteilung Liegenschaften der Stadt Baden auf offene Ohren und das Gebäudeschild wurde abgesprochen, getextet und gestaltet. Realisiert und finanziert wurde die Überraschung für die Vernissage vom 2. Juni 2007. Wir möchten auch an dieser Stelle der Abteilung Liegenschaften unseren herzlichen Dank aussprechen. Ebenfalls dem Werkhof, welcher für einen besonderen Blumenschmuck in den Blumenkistlein des jubilierenden Gebäudes sorgte.


Meierhut Dättwil


Doch warum ziert ein weisser Hut auf rotem Grund diese Tafel?

Zum Wappen der ehemaligen Gemeinde Dättwil

Aus dem Jahr 1881 ist ein erstes Wappensujet für die Gemeinde Dättwil auf der Fahne des Gesangvereins Dättwil überliefert. Die Fahne geriet jedoch lange Zeit in Vergessenheit, und damit auch das gewählte Sujet. Auf die Vernissage des Dättwiler Dokumentes VI hin wurde übrigens die Fahne konserviert und sie ist heute in der Aula Höchi sichtbar.

Schriftlich überliefert ist, dass die Gemeinde Dättwil 1915 noch über kein eigenes Wappen verfüge. Als Sujet auf dem Stempel des Gemeinderats Dättwil diente noch in den 1930er-Jahren das mit Lorbeer-und Eichenblättern umrankte Wappen des Kantons Aargau, mit Schweizerkreuz und dem Schriftzug «Gemeinderat Dättwil».



Gebäudeschild (Gemeinde- und Schulhaus Dättwil)


Wie im Dättwiler Dokument VI weiter nachgelesen werden kann, wurde das Dättwiler Wappen mit dem weissen Meierhut auf rotem Grund 1939 anlässlich der Landesausstellung in Zürich zwischen der Gemeinde Dättwil und dem Staatsarchiv beschlossen und dann auch für den Stempel der Gemeindekanzlei Dättwil benützt.

Ein Meier war im Mittelalter ein Verwalter eines Hofs, welcher von einem Gutsherren eingesetzt war. Der Hof mit grosser Scheune, auf welchem er wohnte, hiess deshalb Meierhof. Der Meier hatte dem Gutsherrn jährlich den eingezogenen Zins (den «Zehnten», meist in Naturalien) abzuliefern.

Der Dättwiler Meier wohnte auf dem noch heute existierenden «Meierhof», heute eher «Dättwil-Hof» genannt (schräg gegenüber dem «Schul- und Gemeindehaus Dättwil»). Erwähnt ist der Hof in einem habsburgischen Pfandrodel von 1278; er ist auch auf späteren Radierungen sichtbar.




Gemeinde- und Schulhaus


Seit der Eingemeindung im Jahr 1962 ist der Meierhut zum Symbol für Alt-Dättwil geworden. Er findet auch auf dem Umschlag aller Dättwiler Dokumente seinen Platz. Da und dort flattert im ehemaligen Gemeindegebiet Dättwil stolz eine Fahne mit dem weissen Meierhut auf rotem Grund, und man spricht – etwas nostalgisch - von den Dättwiler Farben rot und weiss.

In diesen beiden Farben werden denn auch bewusst Anlässe der Chronikgruppe gehalten.


Zusammengestellt für die Enthüllung des Gebäudeschildes am 2. Juni 2007, Chronikgruppe Dättwil