Dreissig Jahre Rüteli
Sonntag morgens war der Dorfladen noch geöffnet, als im Juli/August 1974 die ersten Wohnungen der Siedlung Rüteli bezogen werden konnten. Und der Bus fuhr durch den Dorfkern. Das Dorfbild von Dättwil war seit der Eingemeindung zu Baden (1962) noch während gut zehn Jahren unverändert geblieben, dann aber tauchte am Waldrand eine farbige Baute nach der anderen auf.

1970 verzeichnete das Dorf 85 Haushaltungen bzw. 285 Bewohnende, im März 2004 waren es 1200 bzw. 2622 Bewohnende.

Es war ein Konsortium von drei Dättwiler Grundeigentümern, welches 1970 dem Architekturbüro Obrist und Partner (heute Egli Rohr Partner AG) den Auftrag gab, eine Bebauungsstudie zu erarbeiten. 35'000 m2 zusammenhängendes Land in der Wohnzone 2 lag zur Verfügung, am Rand des in Planung stehenden neuen Zentrums Dättwil; der Badener Planungsbericht 1972 sah 8000 Einwohnerinnen und Einwohner vor!


Siedlung Rüteli (Okt. 2004)





Rüteli (Dach KSB, Sommer 2004)


Der besondere Reiz der Rüteli-Wohnungen liegt darin, dass die meisten Wohnungen drittelgeschossig versetzt sind; im Innenausbau wurde Mass gehalten. Was die Siedlung besonders prägt, ist der Mut zur Farbe, für jedes Haus eine andere. Durch die ganze Überbauung zieht sich ein postgelber Faden in der Farbe der Fensterrahmen. Die Farbgebung wurde in Zusammenarbeit mit dem Zürcher Künstler müller-emil erarbeitet.

1984/85 entstand die Rüteli-Einheit Nr. 21 als Teil der ursprünglichen Konzeption; 1995 wurde der letzte Bau auf dem damaligen Fussball-Trainingsplatz erstellt (Rüteli Nr. 23/25).

Die kinderfreundliche Siedlung ist auch heute noch ein begehrter Wohnort.



Antoinette Hauri, Chronikgruppe Dättwil

Quellen:
- Eugen Kaufmann in Badener Neujahrsblätter 1988: "Noch nicht vergilbt. Farbe und Architektur der Überbauung Rüteli in Dättwil"
- Informationen von Hans Rohr (Architekturbüro Egli Rohr Partner AG)


Fotos: Ronald Höfliger (2004)

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